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Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen ohne deren Einbindung?

  • Das Komitee empfiehlt, dass der Vertragsstaat effektive und spezifische Maßnahmen durchführt, um Gleichberechtigung sicherzustellen und mehrfache Arten von Diskriminierung von Frauen und Mädchen mit Behinderungen zu verhindern.
  • Das Komitee ermutigt den Vertragsstaat eine gendersensible Perspektive in seine Behindertengesetzgebung und -politik einzubinden und eine Interessenvertretung durch und im Namen von Frauen und Mädchen mit Behinderungen zu ermöglichen.

Mädchen und Frauen mit Behinderungen sind einer mehrfachen Diskriminierung ausgesetzt. Auf Grund ihres Geschlechts und als Person mit einer Behinderung wodurch sie nicht als „vollwertig" gesehen werden und Ihnen das Frau-Sein , z. B. im Bereich der Sexualität abgesprochen wird. Darüber sind sich alle ExpertInnen, die mit der Materie befasst sind grundsätzlich einig. Schwierig wird es jedoch diese „Annahmen" auch wissenschaftlich und statistisch zu belegen.

Und – von wie vielen Personen reden wir eigentlich und ist das Kriterium „Behinderung" spezifisch genug um daraus für eine bestimmte Zielgruppe geeignete Maßnahmen ableiten zu können?

Laut Mikrozensuserhebung 2007 (Statistik Austria) gab rund jede/r fünfte Befragte an durch eine Gesundheitliche Einschränkung beeinträchtigt zu sein. Hochgerechnet auf die österreichische Bevölkerung sind somit 20,5% der Personen in irgendeiner Form dauerhaft beeinträchtigt. Beginnend von leichten Sehbeeinträchtigungen über psychische Erkrankung bis hin zu stark immobilen Menschen. Bei den unter 20jährigen betrug der Frauenanteil 4,5%, bei der Bevölkerungsgruppe 20-60 14,7% und darüber bei 48,5%.

205.000 Personen gaben nervliche oder psychische Probleme an, davon etwas mehr Frauen als Männer und rd. 85.000 Menschen geistige Probleme oder Lernprobleme (relative Geschlechterausgewogenheit).

Wenn wir daher von Unterstützungsprogrammen reden, sind ExpertInnen in eigener Sache – wieder mal – unterrepräsentiert. Eine spezifische Ausbildung zur peer to peer Beraterin wäre gerade hier besonders wichtig, um Frauen mit Behinderungen zu motivieren und zu schulen ihr Wissen und ihre Erfahrungen bei tertiären Bildungseinrichtungen, in den Schulen und in der Ausbildung von ÄrztInnen, Pflegepersonal und anderen sozialen Berufsgruppen einzubringen.

Christian Moritz, IVS Wien

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