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Barrierefreiheit kostet was – aber die Umsetzungsfristen sind schließlich lang genug!
  • Das Komitee empfiehlt, dass der Vertragsstaat einen übergreifenden inklusiven Ansatz der Barrierefreiheit in Übereinstimmung mit Artikel 9 der Konvention entwickelt. Die Baunormen sollten sich nicht auf Gebäude mit einer Mindestgröße oder Mindestkapazität beschränken, sondern gemäß Artikel 9 für alle öffentlichen Einrichtungen gelten. Das Komitee empfiehlt eine Verkürzung der Fristen für die Etappenpläne, die derzeit in einigen Städten und Ländern eingesetzt werden.

So zeigt die jüngste Forderung des Wirtschaftsbundes die Frist zur Beseitigung baulicher Barrieren für Geschäftslokale bis 2019 zu verlängern, von der Ignoranz und mangelnder Ernsthaftigkeit sich mit dem Thema zu beschäftigen. Schließlich ist diese Frist seit Änderung des Bundes-Behinderten-Gleichstellungsgesetzes im Jahre 2006 bekannt. Zeit genug, um Schritt für Schritt an einer Umsetzung zu arbeiten. Die Barrierefreiheit kommt schließlich sowohl den KundInnen zugute, als auch MitarbeiterInnen mit Behinderung.

Auch die Bauordnungen benötigen einen einheitlichen Bundesrahmen. Da diese, wie so vieles in Österreich Landessache sind, gibt es neun Bauordnungen, also je eine pro Bundesland. Wozu eigentlich? Warum sollen die Standards rund um den Neusiedlersee andere sein als beim Bodensee und warum sollten Menschen da wie dort unterschiedliche Bedürfnisse haben?

Es geht aber nicht nur ums Bauen. Klein gedruckte Texte, unverständliche Sprache, schlecht ausgeleuchtete Räume und Straßenzüge, mangelnde Sitzgelegenheiten oder fehlende Orientierungshilfen sind ebenso zu verändern. Barrierefreiheit ist eine Querschnittsmaterie und bedarf einer nationalen Kraftanstrengung aller stakeholder – sie kommt aber auch uns allen zugute.

Christian Moritz, IVS Wien

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