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Wann kommt die Inklusive Bildung?
  • Das Komitee empfiehlt, dass größere Anstrengungen unternommen werden, um Schüler und Schülerinnen mit Behinderungen in allen Bereichen der inklusiven Bildung vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe zu unterstützen.
  • Insbesondere empfiehlt es dem Vertragsstaat sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen, einschließlich Kinder mit Behinderungen und ihre repräsentativen Organisationen, in die alltägliche Umsetzung der Modelle inklusiver Bildung, die in mehreren Ländern eingeführt wurden, eingebunden werden.

Laut Schätzungen gibt es in Österreich offiziell 300 000 Personen die weder lesen noch schreiben können. ExpertInnen schätzen die Zahl jedoch doppelt so hoch ein. Viele Erwachsene nehmen aus Scham keine Hilfe an und haben dadurch Nachteile im Berufs- und Privatleben. Die Annahme, dass Menschen mit Behinderungen in der Gruppe der AnalphabetInnen überproportional repräsentiert sind, liegt nahe.

Das Bildungsministerium tut in dem Bereich wenig bis gar nichts. Es gibt bislang nur Schätzungen und keine Studie dazu, geschweige denn einen Maßnahmenplan.

Die Institution Schule wiederum ist überfordert vorgegebene Lernziele auf den individuellen Unterstützungsbedarf abzustimmen, wodurch Menschen relativ rasch in den Sonderschulen bzw. Zentren mir sonderpädagogischen Förderbedarf landen.

Nach Intention des Gesetzgebers entscheiden die Eltern darüber ob ihr Kind die Sonderschule oder eine Integrationsklasse besuchen soll. Faktisch ist diese Entscheidungsfreiheit nicht gegeben. Denn ob die Eltern über Angebote der (vor-)schulischen Beratung informiert werden (vgl. Angebote von Integration Wien), ist eher Zufall und ob ihr Kind dann auch einen Kindergarten- oder Schulplatz bekommt Glückssache.

Dementsprechend fehlt es an vielem. Einer Reform der Ausbildung von PädagogInnen mit dem Ziel, Wissen und Methoden zu vermitteln wie Menschen mit Behinderung gut im Regelschulwesen und bereits davor im Kindergarten begleitet werden können. Neben der fachlichen Wissensvermittlung, z. B. Lehre des sozialen Modells von Behinderung , muss bereits im Auswahlverfahren bei zukünftigen PädagogInnen ein stärkerer Blickwinkel auf soziale Kompetenzen und menschenrechtliches Wissen gelegt werden.

Darüber hinaus muss der diskriminierungsfreie Zugang zur PädagogInnen-Ausbildung gewährleistet sein, damit Menschen mit Behinderung sowohl als ExpertInnen in eigener Sache zukünftige PädagogInnen unterrichten können, als auch selbst eines Tages als PädagogInnen arbeiten können.

Denn die direkte Begegnung ist immer noch die beste und einfachste Möglichkeit negative Einstellungen gegenüber Menschen mit Behinderungen zu überwinden und einen Bewusstseinswandel innerhalb der Bevölkerung zu erwirken.

Christian Moritz, IVS Wien

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