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Gesetzlicher Anspruch auf berufliche (Teil-)Qualifizierung fehlt
  • Das Komitee unterstützt die Empfehlungen des Komitees für Kinderrechte (Empfehlung Nr. 9 (CRC/C/GC/9, 2006) und fordert den Vertragsstaat auf, diese Empfehlungen so schnell wie angemessen umzusetzen.

Kinder mit Behinderungen werden in Österreich von Beginn an nicht ausreichend inkludiert. Besonders deutlich wird dies im Bildungssystem wo immer noch sonderpädagogische Einrichtungen, wie heilpädagogische Kindergärten und Sonderschulen den weiteren Lebensweg beeinflussen und vorzeichnen, sodass man den Nimbus des „Sonderlings" ein Leben lang nicht mehr los wird.

Segregation und Exklusion sind die Folge.

Der gesetzliche Anspruch auf einen integrativen Unterricht über die 9. Schulstufe hinaus ist dringend umzusetzen. Bislang haben Kinder mit Behinderungen nicht die gleichen Bildungschancen wie nicht behinderte Kinder und werden sind bei der Berufsausbildung und Arbeitsplatzsuche stark benachteiligt. Ein Anspruch auf berufliche Qualifizierung wäre daher ein wichtiger und notwendiger Schritt.

Durch die föderalistischen Strukturen in Österreich wird Inklusion bundesweit sehr uneinheitlich umgesetzt. Es fehlt ein Aktionsplan mit klaren Indikatoren, wie Partizipation und Inklusion gelingen kann und an welchen konkreten Ergebnissen die Umsetzung gemessen werden kann. Dies betrifft insbesondere auch Maßnahmen zur Frühförderung, die in Österreich bundesländerweise unterschiedlich geregelt sind und daher die weitere Bildungslaufbahn maßgeblich beeinflussen.

Zur Führung eines selbstbestimmten Lebens ist neben Pflege- und Unterstützungsleistungen, aber auch ein Rechtsanspruch auf persönliche Assistenz wichtig. Ein umfassendes bundeseinheitliches System von persönlicher Assistenz fehlt sowohl bei der beruflichen Integration, als auch für weitere wichtige Lebensbereiche.

Christian Moritz, IVS Wien

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