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Kritik an der „Beschäftigungstherapie": keine Wahlfreiheit und Taschengeld statt Entlohnung
  • Das Komitee ist besorgt, dass ungefähr 19.000 Personen, die in Behindertenwerkstätten angestellt sind, zumeist eine sehr geringe Bezahlung erhalten. Gerügt werden auch die Betriebe am offenen Arbeitsmarkt: „Das Komitee hält fest, dass nur 22% der Arbeitgeber ihre Verpflichtungen aufgrund des Behinderteneinstellungsgesetztes, das dieses Quotensystem regelt, tatsächlich erfüllen.

Dem ist entgegenzuhalten, dass die UN-Konvention für Menschen mit Behinderung ausdrücklich das Recht der Wahlfreiheit anspricht und in Hinblick auf die so oft angesprochene Autonomie sich jemand auch für diese Art der Beschäftigung aussprechen kann. Vor allem dann, wenn von den betroffenen Menschen genau dieses Angebot für besonders geeignet erlebt wird. Wahlfreiheit bedeutet auch Angebotsvielfalt!

Wenn die Tagesstätten keine oder eine sehr geringe Bezahlung bieten, liegt es daran, dass diese Einrichtungen nicht über die nötigen Mittel verfügen. Die Taggelder, die von den Geldgebern gebilligt werden, sind schon jetzt nicht kostendeckend. Es ist illusorisch zu glauben, dass autistische Menschen mit gravierenden Beeinträchtigungen im ersten Arbeitsmarkt eine Beschäftigung finden. Viele, die sich zu Wort melden, haben etwas zu sagen. Keinem steht es aber zu, für sich das Recht zu beanspruchen, für alle zu sprechen.

Ich würde gerne unseren Rainpeople Gehälter bezahlen, wenn ich dafür das Geld hätte. Damit hochwertige pädagogische Konzepte umgesetzt werden können, ist bei uns sogar ein Eigenbeitrag zu leisten. Die meisten unserer Rainpeople leben heute noch in ihren Familien. Auch das ist eine Entscheidung, die von Menschen für sich getroffen wird. Ich verwehre mich dagegen, dass gegen die Angebotsvielfalt gearbeitet wird. Das Machbare ist zu erkennen, persönliche Entscheidungen sind zu akzeptieren. Wer nur an ein Modell denken kann, scheint dies sehr eingeschränkt zu tun!

Dr. Anton Diestelberger, Obmann von Rainman's Home

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