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Unmenschliche und erniedrigende Behandlungen beenden!
  • Der Vertragsstaat sollte die Verwendung von Netzbetten, Fixierungen und anderen nicht einvernehmlichen Praktiken abschaffen, die bei Menschen mit intellektuellen, mentalen und psychosozialen Behinderungen in psychiatrischen Spitälern und Institutionen genutzt werden.

Die in der UN-Konvention beschriebene Forderung findet sich auch in der Europäischen Menschenrechtskonvention wieder, zu dessen Umsetzung sich Österreich verpflichtet hat. Darunter fallen zahlreiche Bestimmungen über Zwangsmaßnahmen in Heimen und Krankenanstalten.

In Wien stehen in psychiatrischen Anstalten und immer noch Netzbetten herum, die als Mittel zur Freiheitsbeschränkung bei fremd- oder selbstgefährdenden PatientInnen verwendet werden. Die Wiener Psychiatrie hat auch nicht vor daran etwas zu ändern. Das Netzbett wird als gelindestes Mittel der Freiheitsbeschränkung verteidigt. Anders als in anderen Bundesländern gibt es dafür keine verschlossenen Türen.

Auch bei anderen Mitteln der Freiheitsbeschränkung, wie der Vierpunktfixierung an Hand- und Fußgelenken und die Anwendung schwer sedierender Psychopharmaka, gibt es keine bundesweit einheitlichen Standards, sondern sie werden der Einschätzung des jeweiligen behandelnden Arztes bzw. der behandelnden Ärztin überlassen.

Das eigentliche grundsätzliche Problem der unzureichenden menschlichen Zuwendung und Aufmerksamkeit wird dabei gar nicht diskutiert. Dass pflegerisches und ärztliches Personal zusätzliche Kosten verursacht ist klar, jedoch geht es gar nicht darum mehr medizinisches Personal anzustellen, sondern auch in Wien endlich GenesungsbegleiterInnen und Peers auszubilden, die aufgrund eigener Erfahrungen den PatientInnen wertvolle Hilfestellung und Halt geben können und Zeit für Zuwendung haben.

Christian Moritz, IVS Wien

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