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Presseinformation - Wien, 16. Juni 2011

Ist das Angebot der Wiener Behindertenhilfe noch zeitgemäß?

Die soeben gegründete Interessensvertretung sozialer Dienstleistungsunternehmen für Menschen mit Behinderung (IVS Wien) will auf dringenden Handlungsbedarf in der Wiener Behindertenpolitik aufmerksam machen und neue Impulse setzen. Mitglieder der IVS Wien sind 16 private Wiener Sozialeinrichtungen*, die allesamt Partnerorganisationen des "Fonds Soziales Wien" sind. Die insgesamt 2400 MitarbeiterInnen betreuen rund 3900 Menschen mit intellektuellen, psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen in Wien.

Aktuelle Entwicklungen werfen die Frage auf: Ist das Angebot der Wiener Behindertenhilfe noch zeitgemäß? Mit der Ratifizierung der UN-Konvention durch Österreich im Jahr 2008 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde eine internationale Verpflichtung zur Weiterentwicklung der Angebote im Sinne von Teilhabe und Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderung eingegangen. Auf politischer Ebene besteht diesbezüglich längst dringender Handlungsbedarf. Aus diesem Grund machen sich die professionellen Dienstleister im Sozialraum Wien gemeinsam stark: mit der Plattform IVS Wien, die anlässlich ihrer Gründung heute im Rahmen einer Pressekonferenz ihre Ziele und Forderungen präsentierte.

Mehr Wahlfreiheit und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung

Die IVS Wien will aktiv die zukünftige Entwicklung der politischen und gesetzlichen Parameter in Österreich mitbestimmen und eine raschere Umsetzung der UNKonvention in die Wege leiten. Vorstandssprecher Robert Mittermair, der auch Geschäftsführer des "Verein LOK - Leben ohne Krankenhaus", ist: "Ziel der IVS Wien ist, möglichst rasch einen offenen Dialog über die Weiterentwicklung der Angebote der Wiener Behindertenhilfe und neue Finanzierungsmodelle zu starten. Die IVS Wien, die rund 50 Prozent des gesamten Wiener Betreuungsangebotes abdeckt, fordert mehr Wahlfreiheit und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung."

Sensibilisierung der Öffentlichkeit

Der nachhaltige Ausbau sozialer Dienste schafft eine gerechtere und damit zukunftsfähigere Gesellschaft. Es ist Zeit, die Öffentlichkeit für die Leistungen der professionellen Dienstleister in diesem Bereich zu sensibilisieren sowie die Politik zu mehr Innovation zu ermuntern. Marion Ondricek, Vorstand IVS Wien und Geschäftsführerin BALANCE - Leben ohne Barrieren: "Menschen sind nicht behindert, sie werden behindert. Die IVS setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung sowie Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen künftig die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, um ihr Leben ohne bauliche, kommunikative und vor allem soziale Barrieren gestalten zu können." In Österreich gibt es beispielsweise in Bezug auf Wohnen viel zu wenig Wahlfreiheit für Menschen mit Behinderung. Die IVS tritt dafür ein, dass hier vielfältigere Angebote in der Betreuung geschaffen werden und Menschen mit Behinderung mit professioneller Unterstützung am normalen Leben teilhaben können.

Website ab heute online

Auf der Homepage www.ivs-wien.at, die seit heute im Internet abrufbar ist, sind alle Mitgliedsorganisationen verlinkt und zahlreiche Informationen enthalten.

IVS Wien - Daten und Fakten

Die neu gegründete "Interessensvertretung sozialer Dienstleistungsunternehmen für Menschen mit Behinderung (IVS Wien) gestaltet und entwickelt verbesserte Rahmenbedingungen für die Betreuung von Menschen mit Behinderung. Die IVS formiert sich aus 16 Wiener Sozialeinrichtungen, wobei es insgesamt 28 Organisationen gibt. Das Ziel des Vereins ist, aktiv die zukünftige Entwicklung der politischen und gesetzlichen Parameter in Österreich mitzubestimmen und die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung umzusetzen. Die IVS leistet einen wichtigen Beitrag, damit Betroffene als BürgerInnen an der Gesellschaft teilhaben können und schafft somit mehr Lebensqualität. Der Verein zeichnet sich durch gebündeltes Fachwissen, hohen Qualitätsanspruch, politische Unabhängigkeit und Offenheit aus.

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